Courteney + Bruce..

..DANCING IN THE DARK

Ausnahmsweise verzichten wir an erster Stelle auf die lobende Erwähnung von Jacko's Thriller, der uns zu Peter Illmanns Zeiten das Sich-die-Windeln-vollmachen lehrte (..eine kurze Anekdote dazu vielleicht irgendwann später mal!??) und springen direkt von einem prophetisch anmutenden Michael Jackson (prophetisch weil: knappe 25 Jahre später zombiegleich dem biologischen Zerfall ausgeliefert - Leave him alone!) zum Ernst des Lebens:



Irgendwann 1984 - vor, oder nach Body Double scheint sich Regisseur Brian De Palma nach purer und unverdorbener Romantik gesehnt zu haben. Bruce Springsteens Schlagerhit-Video erzählt eine kleine einfache Geschichte so, wie es De Palmas Vorbild Alfred Hitchcock nicht besser hätte träumen können: "Boy meets Girl."

Beeindruckend: Immer wieder beeindruckend ist Bruces Freude am Hüftschwung! Und wie dynamisch sein Arm mitgeht!! Ich mache das auch manchmal, wenn ich nicht weiß, was ich als nächstes versuchen soll, um sie zu beeindrucken. Beeindruckt ist auch die 19jährige Courteney Cox (aka. Monica aus Friends) mit Mut zur Kurzhaarfrisur und Augen, die einen Vulkan zum erlöschen bringen könnten! Beeindruckend, wie perfekt die Konzert-Liveaufnahmen mit der inszenierten Handlung verschmelzen! Hey - wir dachten doch alle Courteney Cox sei tatsächlich ein Groupie ausm Publikum!!

Wissenswertes zu Brian De Palma: Der als eher platter Regisseur verschriehene Brian De Palma (Gewinner zahlreicher Himbeeren & einer meiner Favoriten des Genres) gibt an - ganz im Sinne von "New Hollywood" - gerne unabhängig von den großen Studios seinen eigenen Scheiß zu verwirklichen - vorzugsweise in Europa (Femme Fatale). Leider habe er zu selten die Gelegenheit. Dem Thriller-Genre blieb er bei seinem Ausflug nach Paris treu, wenngleich mit deutlich exzentrischeren erzählerischen Wagnissen, als bei seinen filmisch traditionelleren Titeln, wie Scarface oder Fegefeuer der Eitelkeiten (letzterer ist ohnehin kein typischer De Palma). Wem seine Liebeszenen zu schnulzig sind (De Palmas Musikgeschmack lässt leider zu wünschen übrig!) sollte sich mit Hilfe seiner ironischen Selbsteinschätzung hinwegtrösten: "I like stylization. I try to get away with as much as possible until people start laughing at it." Auch ist De Palma bekannt für seine Variation von Godards Aussage "La photographie, c'est la vérité et le cinéma, c'est vingt-quatre fois la vérité par seconde." in: "The camera lies all the time; lies 24 times/second." UND: angeblich soll De Palma seinem Kumpel George Lucas beim Verfassen des legendären Einleitungstextes zu Star Wars geholfen haben!


Unbedingt gesehen haben sollte man: Carrie (introducing John Travolta), wegen der von De Palma leidenschaftlich eingesetzten "Split-Screen"-Technik, Dressed to Kill, wegen der Ansammlung an Liebeserklärungen an den Meister des Suspense Alfred Hitchcock (De Palma über diesen:"I've used a lot of his grammar."), Body Double, weil der so schräg ist!! Blow Out, weil man lernt, warum es wichtig ist den Filmton sorgfältig anzulegen und Femme Fatale, wegen der ausgefallenen und überraschenden Erzählweise. Eigentlich sollte man alle sehen (..vielleicht mit Ausnahme von Mission to Mars!)! Mehr zu seinem neuesten Film Redacted und ein Interview...

Über den Boss sollte man die Geschichte kennen, wie er es ablehnte, daß sich U.S. Präsident Ronald Reagan an seinem volksnahen Hit Born in the U.S.A. bedient, um seiner zweiten Kandidatur Glaubwürdigkeit zu verschaffen und eine u.U. Misstrauische Bevölkerung für sich zu gewinnen. Da Reagans Kampagne die Stabilisierung des vom Vietnamkrieg traumatisierten Landes und dessen Wirtschaft versprach, kam es den Werbestrategen wohl sehr gelegen den fehlinterpretierten Songtext für ihre Zwecke umzumünzen.. Die ausführliche Anekdote gibt's HIER! Wenn man sich anschaut, wie wiele Liveaufzeichnungen des Songs im Internet zu finden sind kann man wohl ruhig behaupten, daß Born in the U.S.A. (nicht zuletzt dank des ihm anhaftenden Anti-Reagan-Mythos) gewissermaßen zur einer Art inoffizieller Nationalhymne avanciert ist. Mancheiner stellt in Frage inwieweit es sich hierbei um eine rebellische Geste, oder eine gekonntes Maneuver zur Konfliktvermeidung handelt (gemeint ist auch der potentielle Konflikt bei politisch andersartigen Springsteen-Fans - schließlich gewann Reagan die Wahl mit einer stolzen Mehrheit von 49 Staaten!). Erstaunlich in diesem Zusammenhang ist umso mehr das HIER verlinkte Konzert, in dem das Musikvideo zu Dancing in the Dark in die Tat umgesetzt wird..

Ich werde dem Boss nicht unterstellen seinem Management die alleinige Entscheidungsmacht über die Verwendung seiner Hymne überlassen zu haben (haben zu müssen?), und bin auch auf diesem Gebiet kaum politisch bewandert genug, um irgenwelche diplomatischen Verhandlungen zu Hinterfragen.. Eigentlich stehe ich sowieso nur auf die unpolitischen Springsteen-Songs, wie The River, Because the Night, Glory days und vor allem I'm on Fire, natürlich. 1994 gabs dann auch gleich den Academy Award für Streets of Philadelphia.


"LET FREEDOM RING !!"1

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1) Von Bruce Springsteen zitierte Aufforderung gemäß Martin Luther King.